Il museo Gioviano

As part of our FWF-project “The verse epitaphs in Paolo Giovios Elogia virorum literis illustrium. Poetic topic and the context of the book”, we are planning a corresponding trilingual (English, Italian, German) conference (in person with hybrid option) to be held in Vienna on March 23 and 24, 2023.

For further information follow this link to our Call for Papers.

Die Versepitaphien in Paolo Giovios Elogia virorum literis illustrium.

Paolo Giovio (1483-1552), Arzt, Historiker, Biograph und päpstlicher Diplomat, stattete seine prächtige Seevilla in Borgovico bei Como in Italien (errichtet 1537-1543) mit einer Sammlung von Porträtbildern berühmter Literaten, Machthaber (Päpste, Könige, Feldherren) und bildender Künstler aus und versah diese jeweils mit einer lateinischen Kurzvita (dem Elogium) aus eigener sowie – in den meisten Fällen – einem Epitaph oder ähnlichem Gedicht aus fremder Feder. Diese Zusammenstellungen präsentierte Giovio unter oder neben den entsprechenden Porträts auf kleinen Stücken Pergament, den cartellini. Das so entstandene semi-öffentliche „museo Gioviano“ stand für ausgewählte Besucher:innen offen.
1546 und 1551 publizierte Giovio „Museumskataloge”, die seine Kurzviten und die daran angeschlossenen Gedichte enthielten – der erste Band enthielt die Elogia auf Literaten (Elogia virorum literis illustrium), der zweite die auf Machthaber (Elogia virorum bellica virtute illustrium). 1557, fünf Jahre nach Giovios Tod, griff der flämische Editor Johannes Latomus Giovios Literaten-Elogia wieder auf und fügte in seinem Neudruck jeder Kurzvita ein eigenes Gedicht hinzu. Im Nachdruck von 1577 bei Pietro Perna in Basel wurden schließlich noch die ursprünglich von Giovio selbst erträumten druckgraphischen Porträtbilder ergänzt. Hierfür steuerte Tobias Stimmer die Holzschnitte bei.
In Zusammenarbeit mit dem FWF (Einzelprojektnummer P 31626) und der Universität Wien beschäftigt sich unser Projekt mit den Gedichten in Giovios Elogia virorum literis illustrium, deren Übersetzungen und Analysen in Hinblick auf gattungstypische Topoi (s. z.B. Lattimore 1942; Esteve-Forriol 1962; Bettenworth 2016), Stilmittel, die narrative Ausgestaltung (adaptiert von Pfister 1997) sowie antike und zeitgenössische Prätexte sich auf dieser (noch in Arbeit befindlichen) Website finden werden.


Zitierte Quellen:
Bettenworth, A. (2016): Hoc satis in titulo. Studien zu den Inschriften in der römischen Elegie, Münster.
Esteve-Forriol, J. (1962): Die Trauer- und Trostgedichte in der römischen Literatur untersucht nach ihrer Topik und ihrem Motivschatz, Diss. München.
Lattimore, R. (1942): Themes in Greek and Latin Epitaphs, Urbana.
Pfister, M. (1997): Das Drama: Theorie und Analyse, München.

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Portrait des Paolo Giovio von Cristofano dell'Altissimo, Öl auf Leinwand, posthum (1552-1568) entstanden

Gut Ding braucht Weile!

Und eine angemessene Analyse aller 372 Gedichte, die Giovio und Latomus zusammentrugen, braucht viel Weile. Aus diesem Grund finden weiterhin laufend Veränderungen an den Einträgen statt, die jedoch mittlerweile alle unter dem Menüpunkt

                          „Epigramme“

einsehbar sowie mittels detaillierter Filtermöglichkeiten durchsuchbar sind.

Zudem können Sie hier einen Blick in die ursprüngliche Edition aus 1546 und hier in die mit Holzschnitten versehene Edition aus 1577 werfen.