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18.2 Niccolò Perotti*

Cornu

nobile copiae Perotti

non quale Oleniae

puer capellae

sanxit Iuppiter

, intulit caelo

aut quale Herculea manu

revulsum,

Aetoli fluvii

perenne vulnus,

thymo et baccare Naiades

replerunt.

At doctum variumque multiplexque

et cunctis opibus cupediisque,

quas Musae Oenotrides

amant, refertum.

Hic ille est liber, ille Martialis

interpres, Latiae illa lingua linguae

,

cornu

nobile copiae Perotti.

Das berühmte Füllhorn des Perotti

ist nicht das der olenischen Ziege, welches der kindliche

Jupiter weihte und in den Himmel erhob

oder das durch die herkulische Hand entrissene,

ewige Wunde des aetolischen Flusses,

welches die Najaden mit Thymian und Baldrian füllten.

Sondern ein gelehrtes und buntes und vielfältiges

und voll mit allen Reichtümern und Leckerbissen,

welche die önotrischen Musen lieben.

Es ist jenes Buch hier, jener Erklärer

Martials, jene Zunge der latinischen Sprache,

das berühmte Füllhorn des Perotti.

vv. 2–3: Bei der olenischen Ziege handelt es sich um dasjenige Tier, mit dessen Milch der kindliche Zeus/Jupiter in der Obhut der Nymphe Amaltheia auf der Insel Ida versorgt wurde. An einem Ast brach sie sich ein Horn ab, welches sodann von Amaltheia geschmückt, mit Früchten gefüllt und Zeus als Füllhorn dargeboten wurde. Zum Dank erhob er sowohl die Ziege als auch das Horn später als Sternbilder in den Himmel (s. Ov. fast. 5,111–128).

vv. 4–6: Mit dem aetolischen Fluss ist der Acheloos gemeint. Dieser hatte sich in einen Stier verwandelt und Herakles wurde beauftragt diesen im Kampf zu besiegen, um so Deianeira zur Frau zu erlangen. Herakles gewann und brach dem Stier dabei eines seiner Hörner ab. Je nach Version des Mythos wurde dieses infolge selbst als (Füll)Horn der Amaltheia bezeichnet (s. Diod. 4,35,3–4) oder Acheloos musste Herakles im Tausch für sein Horn das der Amaltheia geben (s. Apollod7. 2,7,5,1–2).

v. 9: Oenotrius, -a, -um = önotrisch, eigentlich ein alter Name für das südöstliche Italien, der auch metonymisch für ganz Italien verwendet wurde – hier fälschlicherweise konsonantisch dekliniert (Georges 1913, s. v. „Oenotrus [C]“).

Werkbezug: Cornu Copiae.

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