Cornu
non quale Oleniae
sanxit Iuppiter
aut quale Herculea manu
Aetoli fluvii
thymo et baccare Naiades
At doctum variumque multiplexque
et cunctis opibus cupediisque,
quas Musae Oenotrides
Hic ille est liber, ille Martialis
interpres, Latiae illa lingua linguae
cornu
Das berühmte Füllhorn des Perotti
ist nicht das der olenischen Ziege, welches der kindliche
Jupiter weihte und in den Himmel erhob
oder das durch die herkulische Hand entrissene,
ewige Wunde des aetolischen Flusses,
welches die Najaden mit Thymian und Baldrian füllten.
Sondern ein gelehrtes und buntes und vielfältiges
und voll mit allen Reichtümern und Leckerbissen,
welche die önotrischen Musen lieben.
Es ist jenes Buch hier, jener Erklärer
Martials, jene Zunge der latinischen Sprache,
das berühmte Füllhorn des Perotti.
- De viris literis illustribus
- Bezugnahme auf Werk & Wirken
- Verweis auf konkrete Titel
- Descriptio vitae et mortis
- Laudatio
- Charakter & Fähigkeiten
- Descriptio vitae et mortis
- Name des Verstorbenen
- Name im Genetiv
- Numina
- Antike Religion
- Erwähnung einer Gottheit
- Erwähnung einer anderen Gottheit
- Numina
- Antike Religion
- Erwähnung einer Gottheit
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- Numina
- Antike Religion
- Erwähnung einer Gottheit
- Flussgottheit
- De viris literis illustribus
- Bezugnahme auf die Musen
- Erwähnung der Musen
- De viris literis illustribus
- Bezugnahme auf Sprachkenntnisse
- Latein
- Dramatische Darstellung
- Inneres Kommunikationssystem
- Sprecher (dramatisch)
- Anonymer Sprecher
- Dramatische Darstellung
- Inneres Kommunikationssystem
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- Kollektive Nachwelt
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- Priamel
- Homoioptoton
- Epitheton
- Hyperbaton
- Personificatio
- Hendiadyoin
- Polysyndeton
- Metonymie
- Autor für Werk.
- Alliteration
- Polyptoton
vv. 2–3: Bei der olenischen Ziege handelt es sich um dasjenige Tier, mit dessen Milch der kindliche Zeus/Jupiter in der Obhut der Nymphe Amaltheia auf der Insel Ida versorgt wurde. An einem Ast brach sie sich ein Horn ab, welches sodann von Amaltheia geschmückt, mit Früchten gefüllt und Zeus als Füllhorn dargeboten wurde. Zum Dank erhob er sowohl die Ziege als auch das Horn später als Sternbilder in den Himmel (s. Ov. fast. 5,111–128).
vv. 4–6: Mit dem aetolischen Fluss ist der Acheloos gemeint. Dieser hatte sich in einen Stier verwandelt und Herakles wurde beauftragt diesen im Kampf zu besiegen, um so Deianeira zur Frau zu erlangen. Herakles gewann und brach dem Stier dabei eines seiner Hörner ab. Je nach Version des Mythos wurde dieses infolge selbst als (Füll)Horn der Amaltheia bezeichnet (s. Diod. 4,35,3–4) oder Acheloos musste Herakles im Tausch für sein Horn das der Amaltheia geben (s. Apollod7. 2,7,5,1–2).
v. 9: Oenotrius, -a, -um = önotrisch, eigentlich ein alter Name für das südöstliche Italien, der auch metonymisch für ganz Italien verwendet wurde – hier fälschlicherweise konsonantisch dekliniert (Georges 1913, s. v. „Oenotrus [C]“).
Werkbezug: Cornu Copiae.